Region startet in die Bewertung. Priorisierte Vorhaben sollen im Herbst in den Masterplan Region Chemnitz/Südwestsachsen einfließen.
Mit dem Ende der aktuellen Einreichungsfrist ist der Masterplan der Region Chemnitz/Südwestsachsen in die nächste entscheidende Phase gestartet. Rund 120 Projektvorschläge aus der gesamten Region liegen aktuell vor. In einzelnen Fällen werden noch ergänzende Unterlagen erwartet, sodass sich die endgültige Zahl noch verändern kann.
Die eingereichten Vorhaben zeigen die große Bereitschaft von Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und weiteren regionalen Akteuren, den Wandel der Region Chemnitz/Südwestsachsen aktiv mitzugestalten. Die Projekte reichen von Innovations- und Industrievorhaben über Fachkräftesicherung bis hin zu Infrastrukturmaßnahmen und sollen die Grundlage für neue Arbeitsplätze, Investitionen und Wertschöpfung in Südwestsachsen bilden. Im Mittelpunkt stehen Projekte, die neue Wertschöpfung ermöglichen, bestehende industrielle Stärken weiterentwickeln und die Wettbewerbsfähigkeit der Region langfristig sichern sollen.
„Südwestsachsen hat in den vergangenen Monaten sehr deutlich gezeigt, dass wir nicht darauf warten, dass andere unsere Zukunft gestalten. Aus den strategischen Überlegungen des Masterplans sind konkrete Vorhaben entstanden. Rund 120 Projektideen sind dafür ein starkes Signal“, sagt Landrat Carsten Michaelis, Sprecher des Regionalkonvents. „Die Region übernimmt Verantwortung und legt konkrete Vorschläge vor. Gleichzeitig erwarten wir, dass dieser Gestaltungswille auch auf Landesebene aufgegriffen wird. Wer den wirtschaftlichen Wandel in Sachsen erfolgreich gestalten will, muss dort investieren, wo industrielle Kompetenz, Ideen und Umsetzungsbereitschaft zusammenkommen.“
In den kommenden Wochen werden die eingereichten Projekte anhand der gemeinsam entwickelten Kriterien bewertet und priorisiert. Ziel ist es, diejenigen Vorhaben herauszuarbeiten, die einen besonders hohen Beitrag zur wirtschaftlichen Transformation und zur langfristigen Entwicklung der gesamten Region Chemnitz/Südwestsachsen leisten können. Die priorisierten Projekte sollen im Herbst in die finale Fassung des Masterplans einfließen und bilden eine wichtige Grundlage für die weiteren politischen Abstimmungen.
Über die konkret eingereichten Projektvorschläge hinaus umfasst der Masterplan weitere zentrale Maßnahmen, für die es keinen einzelnen Projekteinreicher gibt. Dazu zählen insbesondere übergeordnete Infrastrukturvorhaben in den Bereichen Erreichbarkeit, Straße und Schiene, Industrie- und Gewerbeflächen, Energieversorgung sowie leistungsfähige Kommunikationsinfrastrukturen. Auch diese Voraussetzungen für wirtschaftliches Wachstum und neue Investitionen werden im Masterplan konkret benannt und mit entsprechenden Entwicklungsbedarfen der Region untersetzt. Damit geht der Masterplan bewusst über eine reine Sammlung einzelner Projekte hinaus und beschreibt die strukturellen Rahmenbedingungen, die für Wachstum, Investitionen und erfolgreiche Transformation in Südwestsachsen erforderlich sind.
Mit dem Ende der aktuellen Einreichungsphase ist der Masterplan zugleich nicht abgeschlossen. Er ist als fortschreibungsfähige Strategie für die Region angelegt. Neue oder weiterentwickelte Projekte können deshalb auch künftig aufgenommen werden. Die nächste Fortschreibung erfolgt dabei nicht kurzfristig, sondern im Rahmen der weiteren strategischen Arbeit der kommenden Monate.
„Der Masterplan soll kein statisches Papier werden, das nach seiner Fertigstellung im Regal verschwindet“, so Michaelis. „Wir schaffen einen dauerhaften Prozess, in dem die Region Chemnitz/Südwestsachsen gemeinsame Prioritäten definiert, Projekte entwickelt und gegenüber Land, Bund und weiteren Partnern geschlossen vertritt. Unser Anspruch ist klar: Aus einer gemeinsamen Strategie müssen konkrete Investitionen für die Region werden.“